Musik
Konzerte
Semesterkonzert: So, 12.7.26, 16 Uhr
Das „deutsche“ würde er viel lieber durch „menschliches“ ersetzen – so wird Johannes Brahms häufig zitiert, wenn die Sprache auf sein deutsches Requiem kommt. Losgelöst von der tradierten liturgischen Form des Requiems findet er eine sehr persönliche Weise der musikalischen Auseinandersetzung mit Tod und Vergänglichkeit durch Texte der Bibel. Entstanden ist eine Komposition, die zutiefst menschliche Empfindungen und Seelenzustände verhandelt – in der Trauer, Angst und Zweifel, aber auch Trost und Hoffnung einen musikalischen Ausdruck finden. So ist Brahms’ Requiem nach Beethovens 9. Sinfonie und Bachs Weihnachtsoratorium das drittmeist aufgeführte chorsinfonische Werk und hat vor allem jenseits von Kirchenräumen einen festen Platz mitten in der Gesellschaft gefunden und spricht viele Menschen auch jenseits konfessioneller Grenzen an.
Im Essener Musikverein dirigierte der Komponist im März 1884 sein Requiem vermutlich zum letzten Mal selbst. Vorangestellt war dem Requiem im Konzert der zwei Jahre zuvor entstandene Gesang der Parzen. Brahms vertonte in diesem aufwühlenden und dramatischen Chor das Ammenlied aus Goethes Iphigenie, an das sich die Hauptfigur erinnert. Musikalisch gibt es viele Gemeinsamkeiten zwischen dem „menschlichen Requiem“ und dem „heidnischen Psalm“ der Parzen, der wie ein nachgereichtes Dies Irae wirkt – und vielleicht kann das Requiem als eine frühe Antwort auf die später im Gesang der Parzen aufgeworfenen Fragen verstanden werden.
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PROGRAMMFOLGE
Verleihung der Universitätspreise
Johannes Brahms (1833-1897)
Gesang der Parzen op. 89
Text: Johann Wolfgang von Goethe (aus: Iphigenie auf Tauris)
Ein deutsches Requiem op. 45
nach Worten der heiligen Schrift
Ausführende:
Ofeliya Pogosyan, Sopran | Raoul Steffani, Bariton
Chor und Orchester der Ruhr-Universität Bochum
(Miteinstudierung: Silke Frederichs, Jojo Laas, Peter Wuttke)
Leitung: Nikolaus Müller
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Ofeliya Pogosyan ist eine armenische Sopranistin und aktuell Ensemblemitglied des Staatstheaters Darmstadt, wo sie sich bereits mit einem vielfältigen und anspruchsvollen Repertoire etabliert hat. Zu ihren jüngsten Auftritten zählen die Gretel in Hänsel und Gretel, Norina in Don Pasquale, Elvira in Don Giovanni sowie Poppea in L’incoronazione di Poppea.
In der Spielzeit 2024/2025 war sie Ensemblemitglied am Theater Hagen, wo sie ihr lyrisches und Koloraturrepertoire erweiterte und Rollen wie unter anderem die Frasquita in Carmen und die Clorinda in La Cenerentola interpretierte.
Sie ist Absolventin des Young Artists Program der Semperoper Dresden (2021–2023), wo sie in einer breiten Palette von Produktionen mitwirkte. Zu ihrem dortigen Repertoire zählten die Musetta in La Bohème, Lisa in La Sonnambula, die Najade in Ariadne auf Naxos und die Fünfte Magd in Elektra sowie die Gran Sacerdotessa in Aida, die Erste Nymphe in Rusalka und La Voce dal Cielo in Don Carlo. In dieser Zeit arbeitete sie mit so renommierten Dirigenten wie Christian Thielemann, Joana Mallwitz und Ivan Repušić zusammen.
Ihre musikalische Ausbildung erhielt sie am Staatlichen Konservatorium St. Petersburg unter der Leitung von Irina Bogacheva und Dmitry Karpov. Im Jahr 2018 sang sie die Sopranpartie in der Petite Messe Solennelle im Rahmen des Internationalen Kulturforums St. Petersburg unter der Schirmherrschaft der UNESCO und arbeitete dabei mit José Carreras sowie weiteren namhaften Musikern zusammen.
Zu ihren frühen Erfolgen zählt eine prestigeträchtige Auszeichnung, die ihr 2019 vom Internationalen Zentrum für Geistige Einheit und dem Rat der öffentlichen Organisationen von St. Petersburg und Moskau verliehen wurde – eine Ehrung, die zuvor bereits so bedeutenden Künstlern wie Mstislaw Rostropowitsch und Muslim Magomajew zuteilgeworden war.
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Raoul Steffani ist Gewinner des Nederlandse Muziekprijs – der höchsten Auszeichnung, die der niederländische Staat an einen Musiker verleihen kann. Zuvor hatte er unter anderem den GrachtenfestivalPrijs 2018 gewonnen und war Mitglied von Equilibrium, dem Förderprogramm für junge Künstler von Barbara Hannigan.
Im Sommer 2023 sang er die Rolle des Johann in Massenets Werther bei den Bregenzer Festspielen und gab sein Debüt in der Londoner Wigmore Hall mit Händels Chandos Anthems an der Seite des Ensembles Arcangelo unter der Leitung von Jonathan Cohen. Sein Liedrezital-Debüt gab er im Rahmen der Schubertiade Wieden im Ehrbar-Saal in Wien, wo er Schuberts Die schöne Müllerin gemeinsam mit dem Pianisten Severin von Eckardstein zur Aufführung brachte.
Als Solist arbeitete er bereits mit Dirigenten wie Sir Mark Elder, Benjamin Goodson, Antony Hermus, Vladimir Jurowski, Sigiswald Kuijken, Lawrence Re-nes, Ed Spanjaard, Otto Tausk, Jos van Veldhoven und David Zinman.
Seit Beginn seiner Laufbahn hegt Raoul Steffani eine große Leidenschaft für das Liedrepertoire. Er gab Liederabende beim Oxford Lieder Festival, beim International Lied Festival Zeist, im Königlichen Concertgebouw Amsterdam sowie in der Elbphilharmonie Hamburg.
Raoul studierte an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien sowie bei Margreet Honig an den Konservatorien von Amsterdam und Tilburg, wo er sein Studium summa cum laude abschloss. Zudem besuchte er Meisterkurse bei unter anderem Thomas Hampson, Christa Ludwig, Dame Felicity Lott und Elly Ameling. Von 2016 bis 2018 war er Mitglied der Dutch National Opera Academy, wo er die Partie des Guglielmo in Mozarts Così fan tutte sang. Parallel zu seinem Gesangsstudium studierte Raoul Schwedische Sprache und Kultur an der Universität Amsterdam.
Leitung:
Nikolaus Müller
Datum und Uhrzeit:
So, 12.7.26, 16 Uhr
Ort:
Audimax der RUB
Eintritt:
Eintritt frei – Sammlung am Ausgang
Leitung:
Nikolaus Müller
Datum und Uhrzeit:
So, 12.7.26, 16 Uhr
Ort:
Audimax der RUB
Eintritt:
Eintritt frei – Sammlung am Ausgang